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XXL Holzkuh
Was für eine Kuh!
Der hölzerne Star im Berner Oberland
Dieser Ausspruch bekommt beim Anblick der grössten Massiv-Holzkuh der Welt eine komplett neue Bedeutung. Oder nicht?
Sie ist gigantisch. Sie ist grossartig. Sie ist einmalig. Seit dem 4. Juni 2022 steht sie stolz in Hofstetten bei Brienz, neben dem Eingang der Trauffer Erlebniswelt und dem Bretterhotel, und begrüsst die Gäste.Sie ist das neue Wahrzeichen und garantiert der meistfotografierte Spot im verträumten Schnitzler-Dorf. Der hölzerne Star im Berner Oberland.
Du möchtest mehr über ihre Herstellung und den Transport erfahren? Dann bist du hier goldrichtig.
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Zahlen & Fakten
Making of Holzkuh
Die Ausgangslage war anspruchsvoll. – Innerhalb weniger Wochen sollte die grösste Trauffer Holzkuh der Welt produziert und geliefert werden. Nun, wenn die Kuh Ausmasse hat, welche zwei Kleinbussen gleichkommt, hat dies nochmals eine andere Dimension.
Das Zusammenspiel zwischen den Akteuren innerhalb der Holzkette musste von Beginn an sehr gut funktionieren. Die Gesamtkoordination des wahrlich grossen Projekts lag bei der Holzleimbaufirma neue Holzbau AG aus Lungern/OW. Nachdem die Ausführungspläne durch die Lungerer aufbereitet worden sind, konnten die Holzlamellen bei der Ruedersäge Schlossrued bestellt werden. Der Inhaber und Geschäftsführer Pascal M. Schneider kümmerte sich fortan direkt und persönlich um die Rundholzbeschaffung. Es wurden rund 70 m3 sägerohe Fichten/Tannen-Bretter (Lamellen) benötigt um die Hüterin des Bretterhotels zu produzieren.






Vom Rundholz zur XXL Trauffer Holzkuh
Das entsprechende Rundholz stammte zu einem grossen Teil aus der Umgebung von Hofstetten bei Brienz (BE), aus dem Luzerner- und Aargauer Wald. Innerhalb von kürzester Zeit wurde das Schweizer Rundholz auf der Säge in Schlossrued zu 46 x 225 mm Lamellen gesägt und anschliessend technisch getrocknet. Dieser Trocknungsprozess der Holzlamellen wird benötigt, um eine optimale Verarbeitungsfeuchte für die nachfolgenden Leimprozesse zu gewähren. Wenige Wochen später wurden demnach die getrockneten Bretter nach Lungern geliefert, wo diese durch die Leimbauprofis weitere Prozesse durchschritten. Zuerst wurden die Lamellen gehobelt und in der Länge keilverzinkt, anschl. konnten die Teilsegmente blockverklebt werden. Dass in Lungern sehr grosse Bauteile produziert werden, ist weit über die Schweiz hinaus bekannt. Doch dieses kompakte grosse Volumen der Trauffer Holzkuh forderte die Leimbau-Crew, indem teils eigens neues Equipment angefertigt werden musste. Beispielsweise mussten die (Leim-)Pressvorrichtungen verlängert (angeschweisst) werden und scheibenartig wurden die blockverleimten Segmente Schicht um Schicht aufeinander geklebt. Sozusagen zu einem 2.50 Meter dicken Sandwich. Zwischenzeitlich, vor der Verklebung, fräste eine grosse PBA-Hundegger CNC-Anlage die Grundform (Silhouette) der Holzkuh.
Während rund 10 Tagen wurde der Holzklotz am Fusse des Brünigs bearbeitet und verladefähig aufbereitet. Für den Spezialtransport konnte Felix Burch Transporte gewonnen werden, die Giswiler-Firma ist sich gewohnt, grosse und schwere (Holz-)Elemente für die Lungerer zu auszuliefern. So stand die Holzkuh am 9. Mai 2022 frühmorgens bereit, umzingelt von einigen angereisten Medien/Journalisten. Die historisch bekannte Kantonsgrenze auf dem Brünigpass, bildete den Übergabeort der Kuh. Bei einem Kaffee, zubereitet auf dem offenen Feuer, feierten die Obwaldner und Berner den verleimten Holz-Rohling der Kuh. Sichtlich freudvoll und zufrieden, fuhr der Spezialtransport mit dem Besitzerpaar Brigitte und Marc Trauffer Richtung Hofstetten.
Auf der anderen Seite des Brünig liefen bereits am Vortag die Vorbereitungen für den Ablad und die Montage der Holzkuh. So wurden u.a. die 70 cm langen Füsse der Holzkuh lose in Position gesetzt – die Kuh wäre zu hoch gewesen, wenn man die Füsse im Werk auf der anderen Bergseite fix verleimt hätte. So kam die eigene Verbindungstechnologie der Lungerer, die GSA-Verbindung, zum Einsatz. Die beiden Fusspaare wurden mit dem System GSA-K (eingeklebte Gewindestangen) vorbereitet, so dass die Kuh nur noch draufgestellt werden musste. Einfach draufstellen bedeutet in diesem Fall: Dank des mobilen Baukrans der Firma Frutiger, konnte die 30 Tonnen schwere Holzkuh an den Spezialgurten angehoben werden. Zuvor manövrierte sich der Spezialtransport den Brünigpass hinunter, um schlussendlich rückwärts in die Baustellengasse einzulenken. Wiederum begleitet von mehreren Medienschaffenden, bereiteten die Mitarbeiter von Frutiger und der n`H Lungern den Ablad vor. Dank hervorragender Teamarbeit wurde innerhalb des Zeitplans millimetergenau gearbeitet und die Kuh wurde um 9.00 Uhr auf ihre Füsse gesetzt, die schlussendlich unsichtbaren, eingerasteten Verbindungselemente, tragen seither die tonnenschwere XXL Trauffer Holzkuh.
Doch, aufmerksame Leser bemerken, dass ein wesentlicher Arbeitsgang noch nicht erwähnt wurde, resp. fehlt. Nämlich die Fähigkeiten des Motorsägen-Künstlers Flugo, dieser flog im wahrsten Sinne des Wortes mit seiner Motorsäge um den überdimensionalen Holzklotz. Ab dem 3. Tag unterstützten Ihn weitere externe Mitarbeiter, u.a. auch der n`H Lungern, um den anspruchsvollen Zeitplan einhalten zu können. Das Ziel wurde erreicht und seit der Eröffnung am 4. Juni 22 des Bretterhotels kann die XXL Trauffer Holzkuh bestaunt werden.
Da es durchaus sehr aussergewöhnlich ist, solche Vollholz-Dimensionen zu verleimen und geschweige denn ungeschützt bewittern zu lassen, wird die Holzkuh im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts mit drei Feuchtesensoren, tief im Inneren der Holzkuh, monitorisiert. Hier kann die Holzkuh und das Team der Lungerer auf die Kompetenzen der Firma Kopa AG zählen. Somit dient die Holzkuh nicht «nur» dem Bretterhotel als wache Hüterin, sondern auch für zukünftige Tragwerke im mehrgeschossigen Holz(hochhaus)bau, welche in ebenfalls grossen Dimensionen ausgeführt werden.